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Donnerstag, 6. Oktober 2011, 14:29

Uniaxial oder Isostatisch gepresste Rohlinge?

Hallóchen!

Hat jemand ein paar Infos úber ZZ-CAD/CAM-Blöcke ob Uniaxial oder Isostatisch gepresst?

Gibt es Vor-oder Nachteile?

Hat jemand Erfahrung mit dem Thema?

Gruss an alle.

2

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 15:54

Soweit ich weis sind die ZZ Blöcke im Bi – Axialem Pressverfahren hergestellt, also gleich viel Druck von oben und unten...

Zu Vor- bzw. Nachteilen kann ich nicht viel sagen...

in irgend einem "Dentallabor" Magazin war allerdings mal ein sehr guter Artikel der diesen Sachverhalt geschildert hat...
zu dem Zeitpunkt habe ich mich aber noch nicht so mit dem Thema Zirkon auseinander gesetzt..

grüße

3

Freitag, 7. Oktober 2011, 17:53

Hi Monggo!

Habe mal im Internet rumgestöbert und bin auf folgende Info`s gestossen:

"Uniaxial: Das uniaxiale Pressen bedeutet, dass mittels einer mechanischen
Presse der Pressdruck in einer Richtung (meist vertikal) auf den
Rohstoff wirkt.
Vorteil: Es ist eine sehr wirtschaftliche Produktion
von dentalen Zirkonoxid-Rohlingen (hohe Stückzahlen) möglich.
Nachteil: Da keramische Werkstoffe beim uniaxialen Pressen
mechanisch in Form gebracht werden, müssen sie eine gewisse
\"Fliesfähigkeit\" haben. Da innerhalb des zu verpressenden Roh-
material unterschiedliche Weglängen zurück gelegt werden müssen
(in der Mitte am weinigsten, an den äusseren Ecken am meisten)
enstehen unterschiedliche Dichtebereiche. Diese
unterschiedlichen Dichtebereiche sind daher auch der
Grund, weshalb haubtsächlich nur kleinere Rohlinge zur
Herstellung von max.3-4 gliedr. Brücken mit diesem Verfahren
herstetellt werden, da diese unterschiedlichen Dichtezonen bei
grösseren Brücken zu Verzug führen können. Bei uniaxial
gepressten Scheiben ist daher auf eine Verwendung für max. 3-4
gliedr. Arbeiten zu achten.

Isostaisch: Das isostatische Pressen bedeutet, dass das Rohmaterial,
welches sich in einer verformbaren Form befindet (meist Silikon)
in einem Öl oder Wasserbad verdichtet wird. Durch das
Flüssigkeitsbad wirkt der Druck von allen Seiten gleichmässig
auf das Rohmaterial, sodass die Dichte im gesamten Rohling
gleich ist.
Vorteil: Durch eine gleichmäsige Dichteverteilung sind Brücken-
grössen bis 14-Gliedern aus Zirkonoxid möglich (sofern diese
klinisch für das jeweilige System freigegeben sind).
Nachteil: Da die Rohlinge durch das Flüssigkeitsbad eine nicht
ebene Oberfläche haben und diese zumeist in grossen
Wellen gepresst werden, müssen die eigentlichen Rohlinge
mittels CNC-Technik aufwändig herausgearbeitet werden. Dies
ist daher auch der Grund, weshalb die rein isostatisch
gepressten Rohlinge immer teurer sein werden, als die uniaxial
gepressten."
Das hat jemand geschrieben der in dem Industriezweig (Oxidkeramiken) tätig ist!

Wúrde mich mal interessieren ob Bi-Axial mit dem Isostatisch gepressten Blöcken mithalten kann????
Sollte jemand Info`s haben würde ich gerne mehr darüber erfahren.Danke schon mal im Voraus!

Schönes WE wünsche ich ;-)

Wolfgang

unregistriert

4

Sonntag, 9. Oktober 2011, 17:07

Wúrde mich mal interessieren ob Bi-Axial mit dem Isostatisch gepressten Blöcken mithalten kann????
Sollte jemand Info`s haben würde ich gerne mehr darüber erfahren.Danke schon mal im Voraus!


Hallo Alexo,

klare Antwort: Ja und Nein.
Über die Unterschiede in der Herstellung hast du dich ja schon schlau gemacht.
Theoretisch ist isostatisch gepresst sehr wohl genauer - da gleichmäßiger verdichtet. In der Praxis merkt man zu bi-axial gepressten Rohlingen jedoch keinen Unterschied - zumindest nicht in der Zahntechnik. Sonst würde ein 14er kopiergefräst auch nie so perfekt passen. Bei uni-axialer Pressweise sieht das schon ganz anders aus.
Vita presst bspw. isostatisch, AG und ZirkonZahn wiederum bi-axial. Es gibt jedoch durchaus einige Billig-Rohlinge auf dem Markt, welche uni-axial gepresst werden - Finger weg.

Die größten Ungenauigkeiten entstehen meiner Erfahrung nach beim Sintern ohne Sinterfuß - hier kann man bei größeren Brücken durchaus einen gewissen "Verzug" feststellen. (unabhängig von der Herstellungsmethode des Rohlings)

Wirklich wichtig für uns Zahntechniker ist jedoch ein möglichst hohe und gleichmäßige Biegefestigkeit!!! des verwendeten Zirkons. Dort ist ZirkonZahn überigens sehr gut dabei. Ob da das Bi-axiale Pressen evtl. Vorteile hat, weiß ich nicht sicher. Jedoch ist es so, dass die meisten Anbieter, welche isostatisch pressen zum einen teurere Herstellungskosten haben, zum anderen tendenziell eine geringere Biegefestigkeit angeben (bspw. Vita <900MPa; ZZ 1200-1400MPa). Zirkonzahn hatte auf der Homepage mal einen sehr interessanten Artikel über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Herstellungsmethoden, leider nicht mehr verfügbar. Auf Nachfrage schickt dir der Support den bestimmt gerne zu.

Der hier von "Monggo" angesprochene Artikel ist von Amann Girrbach verfasst und in der Quintessenz erschienen - quasi als Rechtfertigung, warum sie "nur" Bi-Axial pressen.

Unter folgendem Link findest du noch eine sehr interessante Studie zu dem ZirkonZahn-Zirkon von der LMU München. Leider ist ZZ m.W. nach der einzige Hersteller, der solche Studien auch veröffentlicht:
Abschlussbericht Biegefestigkeit

Nachdem wir anfänglich Vita-YZ verarbeitet haben, sind wir u.a. aufgrund der wesentlich höheren Biegefestigkeit (und des Preises) bereits seit 2 Jahren auf ZirkonZahn umgestiegen (also weg von isostatisch gepresstem Zirkon hin zu bi-axial gepresstem Zirkon).
Tendenziell finde ich Degos-Dental noch einen interessanten Hersteller, jedoch veröffentlichen diese m.W. nach leider keine Studien etc. Man muss sich also auf die Angaben verlassen. Da dieser Hersteller trotz teurerem Verfahren günstiger ist, bin ich etwas skeptisch.
AG und weitere bieten bereits laut Herstellerangaben weder von den technischen Daten noch vom Preis her Vorteile. Auf dubiose No-Name-Hersteller - bzw. anonymen Vertrieb über Goldfirmen möchte ich gar nicht eingehen.

Ich hoffe, ich konnte dir damit etwas weiterhelfen?

Wolfgang

5

Montag, 10. Oktober 2011, 18:11

Hi Wolfgang!

Danke für den informativen Beitrag.Sehr interessant!
Hat sich bei Euch schon mal eine grosse Brücke verzogen trotz Sinterfuss?
Und wie sieht es mit Zirkonstegen und darüber gefrästen Brücken aus (kompl.Kiefer) mit Sinterfuss ?
Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?
Manuelle Herstellung und CAD/CAM Herstellung?

Vielen Dank nochmal :-)

Wolfgang

unregistriert

6

Dienstag, 11. Oktober 2011, 11:08

Hat sich bei Euch schon mal eine grosse Brücke verzogen trotz Sinterfuss?

Nein. Ohne Sinterfuß jedoch durchaus.

Mit Zirkonstegen haben wir bisher keine Erfahrung. Das größte, was ich bisher gefräst habe, war eine 14gliedrige Brücke auf 6 Implantaten. Passung perfekt, sicherlich auch dank Sinterfuß. Wenn das ZZ-Zirkon nicht komplett gleichmäßig schrumpfen würde, wären solche Arbeiten eine Kathastrophe. Brauchst dir da also keine Sorgen machen. :)

Bisher alles Kopiergefräst, an CAD-CAM arbeite ich mich gerade ein. erste Passungen aber super.

Teste einfach mal, bin auf deine Erfahrungen und Vergleiche gespannt!


Wolfgang

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