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Sunday, February 6th 2011, 12:09am

keramik wird sehr rundlich (speckig)

hallo, habe jetzt meine ersten zirkonkronen (und bruecken) gebrannt und was mir aufgefallen ist, dass die keramik sehr zusammenfaellt (zusammenbrennt). was mich besonders bei seitenzaehnen stoert, vernichtet die ganze natuerliche aesthetik.

ich brenne ganz genau nach zirkonzahn anleitung und mit den icemassen. in der anleitung steht ja, dass die haltezeit min. 2 min. betragen muss, aber genau darin sehe ich die ursache, dass die form so zusammenbrennt.
auch habe ich die endtemperaturen schon heruntergesetzt, aber ich finde es wird immer alles zusammengebacken,so dass alles nur noch rund ist.

habe auch die noritake massen die eine haltezeit von max. 1 min. vorschreibt, da scheint ja das durchsintern auch zu funktionieren.

kann ich nun die haltezeit bei verwendung der zz icemassen auch auf 1 min. runtersetzen ohne probleme zu bekommen?

oder worin koennte mein problem liegen?

arbeite mit einem zubler variopress 100 ofen.

2

Monday, February 7th 2011, 12:00pm

Hallo,

Gebrauchsanweisungen für Keramik können m.E. nur Empfehlungen darstellen, da jeder Ofen anders brennt und der Nutzer anhand von Brennproben seine individuellen Temperaturen und Haltezeiten passend zum Ofen und der Keramik finden sollte.

Es muss unterschieden werden, ob Einzelkrone, Brücke klein/groß, Gerüststärke etc.etc.

Einer der größten Fehler im Umgangmit Zirkon ist neben der mangelhaften Gerüstgestaltung das Brennen der Keramik darauf, aber ich möchte hier kein Dosier abgeben. In quasi jeder Fortbildungsveranstaltung mit und über Zirkon wird das Brennen, die Parameter etc. referiert und diskutiert.

Keramik brenne ich nicht nach Anleitung sondern eher nach Sicht und Verstand. Anleitungen bieten nur Orientierungswerte.
Happy CADCAM !

;)Wolly

3

Monday, February 7th 2011, 2:41pm

@wolly

hi wolly,
das was du schreibst ist mir schon alles klar.

ich moechte vorallem wissen ob ich die haltetemperatur herabsetzen kann (von 2 min. auf 1 min.). oder muss ich dann angst haben, dass nach einiger zeit die keramik wegplatzt?

ich habe jetzt schon die temp. werte (10 - 15 grad) herabgesetzt und auch die haltewerte etwas, aber das ergebnis gefaellt mir immer noch nicht.
es schaut alles so zusammengepacken aus, rund etc.
und meine metalkeramik brennt der ofen genau so wie es sein soll. also ist die grundkalibrierung vom ofen denke ich mal richtig.

gruss f.ueller

4

Monday, February 7th 2011, 6:12pm

Hallo,

die Haltezeit von 2 Minuten ist meines Wissens nur für den Washbrand empfohlen.

Wenn Du die Dentinbrände mit 2 Minuten Haltezeit machst, verglast dir die Keramik zu sehr, was zwar Transparenz bringt, aber alles sieht "tot" aus.

Wichtig ist vielmehr eine langsame Steigrate und "geregeltes" Abkühlen, damit alles auf Temperatur kommt und wieder abkühlt.

Ich brenne grundsätzlich mit max. 35° Steigen /Min., große Brücken 25 -30°/min., langsame Kammeröffnung und finaler Glanzbrand mit Langzeitabkühlung runter bis auf 450 Grad .

Durch die niedrige Steigrate kannst Du problemlos mit 1 Minute Haltezeit brennen und die Haltetemperatur etwas absenken, da der Sinterprozess durch die langsamere Erwärmung ja dann sozusagen länger dauert. Die Gerüstdicke und -größe ist wie schon erwähnt ein weiterer Faktor.

Ich werde keine Temperaturen o.ä. hier reinschreiben, weil das individuell optisch beurteilt werden sollte.

Wenn der erste Dentinbrand etwas zu "verglast" erscheint, so ist zumindest bei additiver Schichtechnik nicht allles verloren,da der Korrekturbrand entsprechend niederer gebrannt werden kann, kommt halt auf die Schichtgewohnheiten an.

Ich gehe dann z.B. eher 10-15 Grad tiefer beim 2. Brand als üblicherweise 5-10 Grad. Da beim 2.Brand weniger Keramikmasse gesintert werden muss, besteht kaum ein Risiko zum Unterbrennen.

Wird der Wash und auch der 1. Brand zu kurz bzw. unterbrannt, so sintert die Keramik nicht homogen auf und die Probleme sind "auf-/eingebrannt".

Beim finalen Glanzbrand mit LZA ist je nach Ofen auch zu beachten, das der Glanzgrad ggf. höher ausfällt, deshalb sollte hier auch die Temperatur ggf. nach unten angepasst werden.

Fazit: PROBIEREN GEHT ÜBER STUDIEREN

Mein Aufschrieb fußt auf Gesprächen mit Materialkundlern, Anwendern, Herstellersupport und diversen Vorträgen. Ich habe damit in 5 Jahren Zirkon wissentlich nur ganz wenige "Problemfälle", was Chipping etc. anbelangt produziert. Mein Hauptfehler am Anfang meiner Zirkon-Karriere waren eigentlich nur zu dünne Gerüste, die mir aber schnell "um die Ohren geflogen" ;( sind.

Die verkleinerte anatomische Gerüstgestaltung wurde mir schon in der Lehrzeit (ist schon ein paar Monde her) für die Metallkeramik eingebläut, daran hat sich beim Zirkon auch nix geändert, man macht es ja für die Keramik und nicht fürs Gerüst :D

Jetzt mit CADCAM ist das eine wahre Augenweide. Ordentlich anatomsich "designte" Gerüste präzise um die gewünschte Schichtstärke der Keramik zu reduzieren ist oberaffeng... :D ...ist aber selbstverständlich auch bei händischer Modellation zwar nicht soooo präzise ,aber dennoch vernünftig machbar.

SHIT, jetzt hast du mir doch ein Dosier entlockt! 8)
Happy CADCAM !

;)Wolly

5

Monday, February 7th 2011, 11:09pm

@wolly

hi wolly,
vielen dank fuer dein ausfuehrliches statement. dann werde ich mal die haltezeit absenken auf 1 min. (langsame steigraten und abkuehlraten hatte ich schon beruecksichtigt). und experimentieren.

im zz manual ist uebrigens bei allen braenden 2 min haltezeit empfohlen (selbst beim glanzbrand)!!!!

gruss f.ueller